Ihre Experten für partizipative Prozesse und Konfliktmanagement im Umweltbereich und der Regionalentwicklung.

INGENIEURBÜRO EVA-MARIA CATTOEN

Mag. Mag. Ökologie & Zoologie und Mediatorin (i.Ausb.)

Leistung: Prozessbegleitung, Moderation, Projektmanagement
Periode: 2021-2022
Für: Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV)
Web: www.lbv.de
Themen: Partizipatives Monitoring, Wiederansiedlung

Aufbau eines grenzüberschreitenden Bartgeiermonitorings und Netzwerks Bayern-Tirol

Projektbeschreibung

Der Bartgeier (Gypaetus barbatus), die größte Vogelart in den Alpen, galt ab dem Jahr 1913 als ausgestorben. Der Alpenzoo in Innsbruck startete in den 1980er Jahren erfolgreich die Aufzucht des Bartgeiers, bald darauf konnte der Bartgeier im Nationalpark Hohe Tauern wieder ausgewildert werden. Die erste Freilandbrut wurde 1997 beobachtet, mittlerweile leben in den Alpen wieder ca. 300 Bartgeier.

Um einen dauerhaften Erhalt der Art in den Alpen zu gewährleisten sind wissenschaftlichen Erkenntnissen nach jedoch rund 500 Tiere notwendig. Dies soll durch weitere Auswilderungsinitiativen – z. B. im Nationalpark Berchtesgaden – erreicht werden. Experten halten es für möglich, dass sich der Bartgeier wieder fest im österreichisch-bayerischen Alpenraum ansiedeln lässt. Daher haben sich der Landesbund für Vogelschutz Bayern e.V. (LBV) als Leadpartner und alle fünf Tiroler Naturparke (Tiroler Lech, Karwendel, Kaunergrat, Ötztal und Zillertal) sowie das Land Tirol / Abt. Umweltschutz als Partner in diesem Interreg-Projekt zusammengeschlossen, um die Wiederansiedlungsbemühungen grenzüberschreitend zu unterstützen.

Das Projektziel ist die Ausbreitung dieser stark gefährdeten und somit streng geschützten Vogelart zu vergrößern. Langfristig wird im Alpenraum eine Populationsgröße von mehr als 500 Tieren angestrebt.

 Foto: (c) Markus Leitner

Im Rahmen des Interreg-Projektes soll deshalb ein mehrschichtiges Netzwerk (u. a. mit lokalen Partnern) und die Entwicklung eines dauerhaften Organisationsmodells aufgebaut werden, um Sichtungen des Bartgeiers einfacher erfassen zu können. Die zentrale Monitoringstruktur wird auf bayerischer Seite installiert, wobei in Tirol die fünf Naturparke als wichtige kooperierende Netzwerkknoten dienen sollen. Begleitend sollen Öffentlichkeitsarbeit, Schulungen und Veranstaltungen durchgeführt werden, um Multiplikatoren und die Öffentlichkeit über das Verhalten dieser Vogelart aufzuklären. Auch die Erstellung eines Monitoringberichts ist Bestandteil der Aufgaben.

In einem ersten Schritt wird gemeinsam mit den Projektpartnern sowie dem Nationalpark Hohe Tauern, der schon seit vielen Jahren an dem Wiederansiedlungsprojekt beteiligt ist, erörtert und abgeglichen, was man für ein erfolgreiches Monitoring alles braucht (Handlungsleitfaden, Struktur, Ressourcen in den Naturparks, Berichtsform etc.) und auf welche Fragen man mit dem Monitoring Antworten erhalten will. 

In einem zweiten Schritt wird rund um diese Kernstruktur ein mehrschichtiges Netzwerk aufgebaut, in das lokale Akteure und Schlüsselpersonen eingebunden werden. Diese sollen dabei nicht nur zur Teilnahme motiviert und geschult werden Beobachtungen durchzuführen und zu melden, sondern auch die Möglichkeit erhalten in dem Netzwerk und darüber hinaus ihre Erfahrungen und Kenntnisse präsentieren und mit anderen austauschen zu können. 

Parallel zu diesen Aufgaben dienen Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen dazu den Informationsstand zu verbessern, die Bevölkerung in Bezug auf das Thema zu sensibilisieren und die Sichtbarkeit der Anstrengungen zu erhöhen.

Der Prozess ist noch am Laufen.

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